Professor Teutschbein hat ein empfindliches Gehör. Das ist
von Vorteil Pflicht, schließlich ist er Musiker und Dirigent. Da
kann es nicht schaden ist es wichtig, wenn er Mißtöne aufspüren kann, auch wenn sie ganz leise sind. Aber auch, wenn zum Beispiel jemand niest. Oder wenn ein Krankenwagen vorbeifährt. Oder wenn jemand von der Presse sich hinter ihm reinschleicht und fotografiert, während gerade im Pianissimo gesungen wird. Dann wird das Singen erstmal abgebrochen. Das ist aber nicht so schlimm. Schließlich ist noch Probenzeit. Und es ist schön, dass sich Journalisten dafür interessieren, was wir machen. Schließlich
stand ich in der ersten Reihe und sehe auf dem Bild wirklich professionell aus haben wir uns wirklich Mühe gegeben und hart gearbeitet und freuen uns, wenn sich das jemand anhören kommt.
Schlimm ist aber, dass man sich auf Informationen in den örtlichen Zeitungen (leider besonders im Serviceteil) nicht mehr wirklich verlassen kann. Deswegen an dieser Stelle für alle, die vielleicht extra wegen Professor Teutschbein nach Jena pilgern wollten, die ganze Wahrheit aus zuverlässiger und gut recherchierter Quelle:
Richtig ist:
- Am 27. Juni 2009, also diesem Samstag, wird um 20 Uhr im Volkshaus in Jena die "Messa da Requiem" von Guiseppe Verdi aufgeführt.
- Dabei singen der Hochschulchor der Weimarer Musikhochschule und der Philharmonische Chor Jena zusammen.
- Professor Teutschbein ist auf dem Foto in der OTZ zu sehen und hat auch u.a. die Probe am Samstag geleitet.
- Das Foto in der OTZ ist eine Aufnahme der Probe am Samstag.
- Professor Teutschbein wird die "Messa da Requiem" dirigieren.
- Professor Teutschbein ist Weimarpreisträger und gibt mit dem "Requiem" sein Abschiedskonzert.
Nicht richtig ist:
- Professor Teutschbein dirigiert das "Requiem" am Samstag in Jena.
Stattdessen stimmt (wie auch
hier richtig zu lesen):
- Die "Messa da Requiem" wird sowohl im Weimar (diesen Donnerstag) als auch in Jena (diesen Samstag) zur Aufführung kommen.
- Am Donnerstag dirigiert
Professor Teutschbein in Weimar und gibt damit sein Abschiedskonzert.
- Am Samstag dirigiert Professor
Nicolás Pasquet in Jena und gibt damit
nicht sein Abschiedskonzert.

Es kann natürlich sein, dass sich Professor Teutschbein das Konzert in Jena anhören wird. Darüber liegen mir (da ich das auch gar nicht erst recherchiert habe) keine Informationen vor. Aber dirigieren wird er es nicht.
Da Dirigenten, wenn sie "ein Konzert geben" eben dirigieren und nicht nur vielleicht da sind und zuhören oder Blumensträuße in Empfang nehmen (falls so etwas geplant ist, was ich, wie gesagt, nicht weiß), folgt daraus (zumindest für mich), dass Professor Teutschbein in Jena auch kein Abschiedskonzert geben wird.
Da Professor Teutschbein als Professor der Musikhochschule in Weimar seinen Abschied nimmt, ist es auch irgendwie logischer, dass er das Abschiedskonzert in Weimar gibt und nicht in Jena. Und damit bin ich fertig mit meiner Beschwerde.
(Memo an mich selbst: Ich sollte keinen Kaffee mehr am Morgen trinken...)
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