petra fuer alle

Freitag, Oktober 09, 2009

Alt sein

Seit Mittwoch bin ich nicht mehr Alt. Sondern Sopran. Ich bin noch immer nicht darüber hinweg. Seit ich den Stimmbruch bewältigt hatte (und ja, auch Frauen kommen in den Stimmbruch), habe ich immer nur im Alt gesungen. Kein Chorleiter hat je etwas anderes behauptet als dass ich Alt sei. Nun könnte ich mir ja einfach sagen: Gut, dann singe ich ab jetzt eben da drüben auf der gegenüberliegenden Seite mit. Was soll´s.

Aber: Altistin zu sein, ist ja nicht einfach nur eine Frage der Stimmlage, sondern gewissermaßen eine der Identität. (Fragt mal im Tenor oder im Bass nach, da dürfte das noch ausgeprägter sein...) Nein, wir Altisten sind die Soliden, die Uneuphorischen. Die, die man fast nie richtig hört, die dem Ganzen aber erst ihre Harmonie geben, ihre Tiefe. Nicht wie die Soprane, die da irgendwo in hohen Höhen herumkreischen singen. (Und dafür natürlich zu Recht sehr bewundert werden. Wenn sie tatsächlich die Töne treffen..)

Und da kommt dieser Mensch, seines Zeichens Chorleiter, daher, und wirft die ganze Ordnung über den Haufen. Als ob man so von heut auf morgen ohne Vorwarnung wechseln könnte. Aber mit mir nicht, Bürschchen. Nach dem Konzert am Volkstrauertag bin ich weg. Pah.

Montag, Oktober 05, 2009

Koffer, Hamburg, Hauptbahnhof und ich

Liebe Kollegen von den Hamburger Medien (drei Kameras, zwei Fotografen),

ich wollte an dieser hochfrequentierten Stelle nur mal klarstellen: Ich war als erstes vor Ort. Und das ist ja wohl die Hauptsache, das macht den wahren Journalisten aus: Das untrügliche Gespür, dass gleich etwas passiert. (In diesem Fall natürlich nur rein zufällig eingeleitet durch den Wunsch nach Fastfood vom Südsteg, der durch ein rot-weißes Absperrband jäh gebremst wurde...)

Und da spielt es auch keine Rolle, dass ich den herrenlosen und inzwischen nach langem Warten durch das Entschärfungskomando der Polizei als harmlos entlarvten Damenkoffer auf dem Südsteg (die Burger King-Seite) des Hamburger Hauptbahnhofes nicht fotografieren konnte, weil in dem Moment mein Akku den Geist aufgab. (Ich habe ihn gesehn, das muss doch auch mal genügen!) Oder dass die anderen Bilder verwackelt sind, weil diese Kamera für Aufnahmen im Dunkeln ungeeignet ist.

Auch unwichtig ist, dass ich zuhause kein Internet habe und daher erst heute, zwei Tage danach, von dem sensationellen Nicht-Ereignis berichten kann. Ignorieren wir doch einfach die Existenz weiterer Internetseiten und Sonntagszeitungen. Dann wäre ich gar nicht so viel später als die anderen. Und ohnehin fand ein Zuschauer mit Migrationshintergrund, der hinter mir stand, dass lieber über die Lage in Gaza berichtet werden sollte, da sei wirklich was los.

Montag, September 07, 2009

Breaking News

Ich unterbreche die arbeitsverursachte Blogpause durch die wichtige Mitteilung, dass sich mein dürftiger Schuhbestand um zwei Paare vermehrt hat:

Ein Paar Gummistiefel (mit bunten Streifen) und ein Paar Joggingschuhe. Erstere sind bereits getestet worden. Letztere sind ein Resultat von Werbung und der Frage, ob ich mir lieber Joggingschuhe kaufe oder mich am Alsterlauf beteilige. Ja, Logik in seiner schönsten Form.

P.S.: Der Herbst ist da, meine Lieblingsjahreszeit.

Sonntag, August 23, 2009

Wurst

Dienstag, August 18, 2009

Das Haar ist tot, das Haar ist tot...

Am Wochenende wäre ich fast gestorben. Nein, halt. Eigentlich wollte ich mit dem Satz anfangen: "Ich habe mein Haar umgebracht." Aber das wäre erstens nicht richtig. Und zweitens würden viele das vermutlich auch nicht als weiter dramatisch ansehen. Wo keine Frisur war, fehlt auch keine.

Und dabei wollte ich mir eigentlich etwas Gutes tun. Tönungen sind ja gut für die Haare. Sagen die in der Werbung jedenfalls immer. Und dann stimmt das ja auch. Und dann sieht gleich alles viel schicker aus und glänzt und überhaupt wird man dann restlos glücklich. Also habe ich mir eine solche gekauft. Gabs im Angebot in der Drogerie meines Vertrauens. Aber natürlich habe ich die nicht nach dem Preis ausgesucht. Das habe ich nicht nötig. Ich verdiene ja jetzt. Und was kann ich dafür, dass rotbraun-bordeaux nun mal genau das war, was mein Haar brauchte?

Dieses Mal sollte es eine stärkere Dosis Farbe sein. Bei meinem letzten Versuch mit "Granatrot", gab es nicht mal Reflexe. Und auch Henna färbte nur die Wanne ein. Aber eine Petra gibt nicht auf. Also. Rotbraun-bordeaux. Kurz zögere ich, als mein Blick auf die Verpackung fällt: "Kann Allergien auslösen. 48 Stunden vorher testen." Gefühlte zehn Ausrufezeichen. "Enthält Amoniak und Wasserstoffperoxid." Häufig unterstrichen. Ich kriege es mit der Angst zu tun und ringe jetzt schon mit Symptomen. Fürchterlich, diese Atemnot. Aber meine Bahn fährt gleich und ich bin auch gerade dran. Und die anderen Tönungen waren alle viel teurer eben nicht rotbraun-bordeaux. Naja. Was solls. Ich hätte mir einen schöneren Tod gewünscht.

Zuhause mixe ich mir meinen Todescocktail. Mit dem Granatrot vorher war das irgendwie einfacher. Da war alles schon fertig. Aber vielleicht ist es ja das altbewährte Rezept: je komplizierter, desto nachhaltiger. Im Bad ersticke ich fast bei dem Versuch, "jede Sträne einzeln" mit der Flüssigkeit in Kontakt zu bringen. (Was genau ist in diesem Wust eigentlich eine Sträne?) Und hätte ich Chemie nicht nach der 10. abgewählt, wüsste ich vielleicht auch, ob mich nun das Amoniak oder das Wasserstroffperoxid fast um die Ecke gebracht hätte. Für solche Projekte ist das Bad auch eindeutig zu eng. Ich gehe in Gedanken die Symptome durch: ist mir schwindelig? Bemerke ich Irritationen der Haut? Öhm, ja, bestimmt, jetzt wo ich darüber nachdenke... Diese Luft!

Und das Zeug ist ganz schön rot. Warum wollte ich nochmal rötlich? Und hatte ich nicht vorher dunkelbraun in der Hand? Warum habe ich nur... "Falls ihr Haar mehr als kinnlang ist, empfehlen wir die Anwendung der doppelten Menge" oder so steht da, lese ich gerade. Puh, das heißt, wenn ich jetzt nur eine Flasche habe, könnte mich das vor der totalen Metamorphose retten. Wunderbar. In meiner Euphorie über diese Nachricht lasse ich den Rest des roten Zeugs unangewendet. Man muss es ja nicht übertreiben. Und wenn ich es mir genau überlegen, reichen Reflexe ja auch. Bei den ganzen lila Klamotten, die ich habe...

Am nächsten Morgen: Unkraut vergeht nicht. Das Haar lebt immer noch. Zum Glück nur ein bisschen rot. Ich bin einfach noch nicht soweit. Zu viel Veränderung. Da könnte ich ja gleich zum Friseur gehen... Nächstes Mal nehme ich braun.

P.S.: Anstatt eines Fotos: Wie es der Zufall will, bin ich auf dem Titelbild der nächsten Ausgabe der Zeitung, für die ich schreibe, zu sehen. Das rotbraun-bordeaux sieht man zwar nicht. Aber dafür trage ich einen Talar. (Hier lang zum pdf.)

Freitag, August 14, 2009

To do

  • Eigener Schreibtisch im Büro
  • Eigenes Telefon im Büro
  • Eigener PC mit eigenem Passwort im Büro
  • Name an der Bürotür
  • Arbeit, die Spass macht
  • Nette Kollegen
  • Erstes Gehalt da (irgendwann die Tage)
  • Journalistenreise in ein paar Wochen
  • Eigene Wohnung suchen
  • Internet zuhause
  • Aber jetzt gleich erstmal: Wochenende
P.S.: Eigentlich wollte ich Häkchen dahinter machen, aber das sieht layouttechnisch komisch aus. Durchgestrichen von der "To do"-Liste heißt: Hab ich. Nicht durchgestrichen dementsprechend heißt: Hab ich noch nicht. Nur zur Erklärung.

Sonntag, Juli 26, 2009

Fundstücke #1

Im Jahre 2001 erreichte mich einmal eine zielgruppengenau auf mich zugeschnittene als Privatbrief getarnte Werbesendung für irgendein Schlankheitsmittel Post von einer wohlmeinenden Fremden. Eine Frau behauptete wusste genau, wir teilen dasselbe Schicksal: Übergewicht. Eine Freundin von mir habe ihr das auf einer Zugfahrt nach München im Gespräch erzählt. Der Vorname dieser Freundin beginne mit K. Natürlich habe ich K., als sie aus München wieder da war, gleich zur Rede gestellt. Sie versprach als Entschädigung, mir die Schlankheitspillen zu bezahlen. Jetzt ist sie pleite und ich bin dürr. Nur falls ihr schon immer einmal wissen wolltet, was mein großes Geheimnis ist...

P.S.: Ja, ich räume immer noch auf. Sollte man öfters mal machen. Ich finde interessante Sachen. Ich wusste z.B. gar nicht, dass ich eine Windjacke besitze. Vielleicht ist es ja auch gar nicht meine. Vielleicht habe ich sie von irgendjemandem geliehen, vor Jahren. Falls die jemand vermisst, möge er es mich wissen lassen. Bis morgen. Sonst nehm ich sie nämlich mit in den Norden. Sowas kann man da immer mal gebrauchen. Im Übrigen bin ich stolzer Besitzer von mindestens 12 Leinenbeuteln mit unterschiedlichem Aufdruck. Beeindruckend, nicht wahr? In diesem Sinne: gute Nacht.